Was ist Demenz?

Der Begriff Demenz ist, aus dem Lateinischen entnommen worden. Er bedeutet so viel wie schwindende Verstandeskräfte (aus lat. “de” und “mentia”).

Die Begriffe Demenz und Alzheimer werden häufig synonym gebraucht. Doch stellt die Erkrankung an Alzheimer nur eine von vielen Ursachen dar, die zum Eintreten einer Demenz führen können – wenngleich auch die häufigste.

Demenz selbst ist keine Erkrankung, die sich aufgrund einer eindeutig zugeschriebenen Symptomatik diagnostizieren lässt. Es handelt sich vielmehr um ein Zusammentreffen verschiedener mentaler, sozialer, körperlicher und psychischer Faktoren, die zu einer grundlegenden Störung führen. Die Erkrankung verläuft ebenso wie Alzheimer progressiv, das heißt, es ist bisher keine vollständige Heilung möglich.

Betroffen sind insbesondere Gedächtnisprozesse, kognitive Strukturen, Sprachvermögen und Bewegungsfähigkeiten. In vielen Fällen ist also die gesamte Persönlichkeit betroffen. Wichtig ist hierbei, dass diese Defizite nicht ursprünglich, also angeboren, vorhanden waren, sondern durch die Erkrankung – Demenz erworben wurden.

Demenz Verbreitung in Deutschland und zukünftige Prognosen

Nach einer Demenzstudie von 1996 steigt die Zahl der Demenzkranken nach dem 70. Lebensjahr (ca. 6 % der Altersgruppe) stark an. In der Gruppe der 80- bis 84jährigen beträgt der Anteil bereits über 13 Prozent, ab dem Alter von 85 bis 89 liegt der prozentuale Anteil der an Demenz Erkrankten bei fast 24, und in der Altersgruppe der über 90jährigen bei weit über 34 Prozent.

Die demographische Problematik und die damit zusammenhängende rapide Alterung der Bevölkerung in Deutschland wird aller Voraussicht nach zu einer lawinenartigen Zunahme der Demenzkranken führen. Prognosen neueren Datums gehen davon aus, dass die Zahl der Demenzkranken von gegenwärtig über einer Million Patienten 1,3 Millionen sich ab dem Jahre 2050 auf mindestens das Doppelte erhöhen wird, nämlich auf über 2 1/2 Millionen Menschen mit Demenz. Es wird also eine gewaltige gesellschaftliche Aufgabe sein, diese Probleme in den Griff zu bekommen.

Formen der Demenz

Man unterscheidet verschiedene Formen der Demenz, und zwar zunächst in zwei Hauptformen, nämlich “primären” und “sekundären” Demenzerkrankungen.

Zur primären Demenz, die nach einer “primären” Gehirnerkrankung auftreten kann, zählt die degenerative Demenzform, unter der man den schleichenden Abbau von Gehirnzellen versteht. Deren Ausprägung von vielen Medizinern als anlagebedingt vermutet wird. Eine abschließende Ursachenfindung der degenerativen Demenz steht aber bislang noch aus . Diese Form führt in den meisten Fällen zur vollen Pflegebedürftigkeit. Die vaskuläre (blutgefäßbedingte) Demenz, die im Zusammenhang mit Durchblutungsstörungen der Gefäße steht, tritt u. a. oft nach Schlaganfällen auf. Sie wird nach gängiger Ansicht durch zu hohen Blutdruck, Fettleibigkeit, Zigarettenrauchen oder Zuckererkrankungen ausgelöst. Hier wird davon ausgegangen, dass der Krankheitsverlauf durch eine Therapie der zugrunde liegenden Krankheit behandelbar ist.

Sekundäre Demenzerkrankungen umfassen Demenzformen, die infolge von Grunderkrankungen der inneren Organe und Erkrankungen des Nervensystems entwickeln.

Hierzu zählen beispielsweise Erkrankungen wie:

  • Tumore
  • Krankheiten im Stoffwechselbereich
  • Erkrankungen, die aufgrund des Missbrauchs von Alkohol oder Medikamten bedingt sind.

Die Symptome primärer und sekundärer Demenzformen sind zwar unterschiedlich, überschneiden sich aber auch teilweise. Mehr dazu finden Sie unter Demenz Symptome. Darüber hinaus treten nicht selten Zwischenstufen beider Demenzformen auf.

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